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Europol – Schleusernetzwerk mit Österreich-Bezug zerschlagen

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Eine Gruppe uniformierter Personen mit Westen mit Polizeiaufschriften steht vor dem Eingang eines Gebäudes.
Europol unterstützte die internationalen Einsatzkräfte bei der Aktion gegen das Schleusernetzwerk (Bildquelle: Europol)

Bei einer internationalen Operation gegen ein Schleusernetzwerk sind am 22. September 2026 sechs Tatverdächtige festgenommen worden. Eine der Zellen soll von Wien aus gefälschte Dokumente bereitgestellt haben. Das Netzwerk soll mehr als zwei Millionen Euro illegal erwirtschaftet haben.

Bei einer internationalen Operation gegen ein europaweit agierendes Schleusernetzwerk sind sechs Personen festgenommen worden. Die Gruppe soll Migranten mithilfe gefälschter Dokumente über Flughäfen im Schengen-Raum nach Grossbritannien geschleust und dabei mehr als zwei Millionen Euro illegal erwirtschaftet haben.
Die von Europol unterstützte Aktion fand am 22. September 2026 in Österreich, Italien, Spanien und Grossbritannien statt. Einsatzkräfte nahmen sechs Tatverdächtige fest und durchsuchten zehn Wohnobjekte. Dabei wurden unter anderem Ausweisdokumente, elektronische Geräte, Beweismaterial und eine grössere Menge Bargeld sichergestellt.
Nach bisherigen Erkenntnissen schleuste das Netzwerk Migranten auf dem Luftweg vom europäischen Festland nach Grossbritannien. Viele der Betroffenen sollen zunächst mit echten Reisepässen und teilweise gültigen Schengen-Touristenvisa in die EU eingereist sein. Anschliessend wurden die ursprünglichen Dokumente vernichtet oder entsorgt und durch gefälschte Ausweise des Schleusernetzwerks ersetzt.

Mehr als 1'000 gefälschte Ausweise verteilt

Die Ermittler identifizierten mehrere Zellen in verschiedenen europäischen Ländern. Eine Gruppe mit Sitz in Wien soll unter anderem gefälschte Dokumente bereitgestellt haben. Mit ihr werden afghanische und pakistanische Staatsangehörige in Verbindung gebracht. Zudem soll ein weitreichendes Netz von Unternehmen, insbesondere Mobiltelefongeschäften, zur Geldwäsche genutzt worden sein.
Eine weitere Zelle in Spanien steht im Verdacht, mehr als 1'000 gefälschte Ausweisdokumente verbreitet zu haben. Diese sollen per Kurier aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in die EU sowie nach Nord- und Südamerika und in die Karibik verschickt worden sein.
Die Ermittlungen ergaben Hinweise darauf, dass das gesamte kriminelle Netzwerk mehr als zwei Millionen Euro an illegalen Einnahmen erzielt haben könnte.
Zwei Polizisten mit Westen der Guardia Civil und Policía Nacional eskortieren einen Mann in ein Gebäude.
Spanische Ermittler bei der Festnahme eines Tatverdächtigen (Bildquelle: Europol)

Ermittlungen führten durch 17 Länder

An der Untersuchung waren Behörden aus insgesamt 17 Ländern beteiligt. In einer frühen Ermittlungsphase untersuchten unter anderem Belgien, Finnland, Deutschland, Island, Irland, Schweden und die Niederlande verschiedene Schleusungsrouten nach Grossbritannien. Auch die Schweiz gehörte zu den an der internationalen Zusammenarbeit beteiligten Staaten.
Europol unterstützte die Ermittlungen beim Informationsaustausch, der internationalen Koordination sowie bei der Analyse der Schleusungs- und Geldströme. Zwei Experten des Europäischen Zentrums gegen Migrantenschleusung wurden während der Aktion nach Italien und Grossbritannien entsandt, um operative Daten in Echtzeit auszuwerten und neue Ermittlungsansätze zu gewinnen.

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