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Betrug mit Heimarbeit – Polizei warnt vor neuer Job-Masche in Österreich

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Ein Mann sitzt und verdeckt sein Gesicht mit einer Hand, während er mit der anderen ein Smartphone hält. Der Fokus liegt auf dem Smartphone.
(Symbolbild) (Bildquelle: Designed by Freepik)

Mit vermeintlich lukrativen Heimarbeitsangeboten locken Betrüger derzeit Menschen in Österreich in die Falle. Über WhatsApp und Telegram werden die Opfer zu immer höheren Zahlungen verleitet. Der Schaden geht bereits in die Millionen.

Das österreichische Bundeskriminalamt warnt vor einer zunehmenden Betrugsmasche mit sogenannten „Handmade-Jobs“. Kriminelle versprechen auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und TikTok einen einfachen Nebenverdienst von zu Hause aus.
Eine Nahaufnahme zeigt die Icons von Facebook und Twitter auf einem Smartphone-Bildschirm. Die Symbole sind scharf zu erkennen.
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei )
Die Angebote wirken zunächst harmlos: Interessierte sollen beispielsweise Kugelschreiber zusammenbauen, Perlenketten bearbeiten oder Produkte im Internet bewerten. Tatsächlich steckt dahinter ein ausgeklügeltes Betrugssystem.

WhatsApp und Telegram: So funktioniert die Betrugsmasche

Wer sich für eines der vermeintlichen Jobangebote interessiert, wird häufig zunächst über WhatsApp kontaktiert. Anschließend laden die Täter ihre Opfer in Telegram-Gruppen ein. Dort erhalten sie einfache Aufgaben, etwa Produkte zu suchen, zu bewerten oder mit einem „Like“ zu versehen. Teilweise müssen sie kleinere Beträge für angebliche Warenkäufe überweisen.
Um Vertrauen aufzubauen, zahlen die Betrüger anfangs tatsächlich geringe Provisionen aus. Dadurch entsteht der Eindruck, dass es sich um eine seriöse Verdienstmöglichkeit handelt.

Betrüger verlangen immer höhere Einzahlungen

Nach den ersten Aufgaben werden die Betroffenen aufgefordert, eigenes Geld auf ein angebliches „Handmade-Konto“ einzuzahlen. Nur so könnten sie weitere Aufträge übernehmen und höhere Provisionen verdienen. Später werden die Opfer häufig in sogenannte VIP-Gruppen aufgenommen. Dort verlangen die Täter zunehmend höhere Überweisungen oder Zahlungen mit Kryptowährungen.
Besonders perfide: Die Betrüger behaupten irgendwann, bei der Bearbeitung der Aufträge seien Fehler passiert. Um diese zu beheben und das angeblich verdiente Geld freizuschalten, müssten weitere Zahlungen für sogenannte „Reparaturaufträge“ geleistet werden.

Opfer werden unter Druck gesetzt

Wollen die Betroffenen aussteigen oder sich ihr Guthaben auszahlen lassen, erhöhen die Kriminellen den Druck. Sie behaupten, dass sämtliche bisherigen Einzahlungen und Provisionen verloren gehen würden, wenn die Aufgaben nicht vollständig abgeschlossen werden.
In manchen Fällen werden Opfer sogar aufgefordert, ihren Überziehungsrahmen bei der Bank zu erhöhen oder Kredite aufzunehmen, um weitere Zahlungen leisten zu können.

Millionen Euro Schaden durch falsche Heimarbeitsangebote

Die finanziellen Folgen sind erheblich. Nach Angaben des Bundeskriminalamts entstand durch diese Betrugsmasche im Jahr 2025 österreichweit ein Schaden von rund 6,5 Millionen Euro.
Auch 2026 liegt die Schadenssumme bereits wieder im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Die Polizei warnt deshalb ausdrücklich davor, für vermeintliche Heimarbeitsangebote eigenes Geld einzuzahlen.

Polizei gibt Tipps: So erkennt man betrügerische Jobangebote

Das Bundeskriminalamt empfiehlt folgende Vorsichtsmaßnahmen:
  • Bei auffällig lukrativen Heimarbeitsangeboten in sozialen Netzwerken misstrauisch sein.
  • Niemals eigenes Geld überweisen, um einen Job anzutreten oder Provisionen freizuschalten.
  • Arbeitsverträge im Zweifelsfall von der Arbeiterkammer prüfen lassen.
  • Sich nicht durch Zeitdruck oder angebliche Fristen zu Zahlungen drängen lassen.
  • Keine Kredite aufnehmen oder den Überziehungsrahmen erhöhen, um vermeintliche Aufträge zu finanzieren.
  • Bei Unsicherheiten mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen sprechen.

Bereits Geld überwiesen? Das sollten Betroffene tun

Wer auf die Betrugsmasche hereingefallen ist, sollte umgehend seine Bank oder den verwendeten Zahlungsdienstleister kontaktieren. Unter Umständen können Zahlungen noch gestoppt oder rückgängig gemacht werden. Wichtig ist außerdem, sämtliche Beweismittel zu sichern. Dazu gehören Chatverläufe, Telefonnummern, Screenshots, Zahlungsbelege und Kontodaten. Anschließend sollten Betroffene bei der nächsten Polizeidienststelle Anzeige erstatten und die gesicherten Unterlagen vorlegen.
Die Polizei rät grundsätzlich davon ab, weiteres Geld zu überweisen, um angeblich bereits verdiente Provisionen freizuschalten.
Quelle der Polizeinachricht: Bundeskriminalamt Österreich

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