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14-Jähriger aus Tirol nach Planung von Anschlägen festgenommen

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Zwei Polizisten legen einem Mann im blauen Pullover Handschellen an. Im Hintergrund steht ein schwarzes Fahrzeug.
Symbolbild (Bildquelle: Kantonspolizei St.Gallen)

Ein 14-jähriger Schüler aus Tirol sitzt wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft. Ermittler gehen von einer mutmaßlich rechtsextremen Motivation aus. Der Jugendliche soll Anschläge auf jüdische und muslimische Einrichtungen geplant und sich mit einem Verdächtigen aus Schweden ausgetauscht haben.

14-Jähriger wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft

Ein 14-jähriger Schüler aus Tirol sitzt wegen des Verdachts terroristischer Straftaten in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Innsbruck besteht der Verdacht des versuchten Beitrags zu terroristischen Straftaten. Die Ermittler gehen derzeit von einer mutmaßlich rechtsextremen Motivation aus. Ein islamistischer Hintergrund wird ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Festnahme erfolgte bereits am 20. Juli 2026 an der Wohnadresse des Jugendlichen durch Beamte der Spezialeinheit Cobra.
Seit dem 22. Juli befindet sich der Schüler in der Justizanstalt Innsbruck in Untersuchungshaft. Das Landesgericht ordnete die Haft zunächst bis 5. August an. Als Haftgründe gelten Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr.

Ermittlungen nach Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes

Den entscheidenden Hinweis erhielten die österreichischen Behörden von einem ausländischen Partnerdienst. Nach bisherigen Erkenntnissen soll sich der 14-Jährige über den Messengerdienst Telegram mit einem terrorverdächtigen Jugendlichen aus Schweden über mögliche Anschläge ausgetauscht haben.
Die Inhalte der Chats sollen nach Einschätzung der Ermittler so konkret gewesen sein, dass von einer unmittelbaren Gefahr ausgegangen wurde. Daraufhin leiteten die Behörden umgehend Maßnahmen ein und nahmen den Jugendlichen fest.
Nach ersten Informationen sollen unter anderem jüdische und muslimische Einrichtungen als mögliche Ziele diskutiert worden sein. Diese konkreten Zielobjekte wurden von der Staatsanwaltschaft bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Orientierung am Christchurch-Attentäter

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll sich der Jugendliche an dem rechtsextremen Attentäter Brenton Tarrant, dem Täter des Anschlags von Christchurch im Jahr 2019, orientiert haben. Demnach soll geplant gewesen sein, einen möglichen Anschlag live im Internet zu übertragen.
Ob diese Erkenntnisse letztlich Bestandteil der Anklage werden, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Umfangreiche Sicherstellungen bei Hausdurchsuchung

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Jugendlichen stellten die Ermittler zahlreiche Gegenstände sicher, die nun kriminaltechnisch ausgewertet werden. Dazu gehören rechtsextremes Propagandamaterial, ein Kampfmesser, eine Airsoft-Waffe sowie zwei taktische Helme.
Einer der Helme soll mit einer GoPro-Kamera ausgestattet gewesen sein, die nach Medienberichten für einen möglichen Livestream eines Anschlags vorgesehen gewesen sein könnte.
Außerdem fanden die Ermittler eine Stichschutzweste mit einem Schweden-Patch sowie eine schwarz gefärbte FFP2-Maske mit Totenschädel-Motiv und Symbolen aus der NS-Zeit.

Datenträger werden ausgewertet

Der Jugendliche verweigert bislang die Aussage. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Tirol wertet derzeit umfangreiche Datenträger sowie die sichergestellten Chatverläufe aus. Dabei soll geklärt werden, wie weit mögliche Anschlagsvorbereitungen bereits fortgeschritten waren und ob weitere Personen beteiligt gewesen sein könnten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit ausschließlich wegen des Verdachts des versuchten Beitrags zu terroristischen Straftaten ermittelt. Ob im Laufe der Ermittlungen weitere Straftatbestände hinzukommen, ist noch offen.

Rechtsextremismus unter Jugendlichen nimmt zu

Der Fall reiht sich in eine Entwicklung ein, die Sicherheitsbehörden seit mehreren Jahren beobachten. Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl rechtsextrem motivierter Straftaten in Tirol zuletzt deutlich gestiegen. Viele Tatverdächtige sind minderjährig und radikalisieren sich zunehmend über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste.
Für den 14-Jährigen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Quelle der Polizeinachricht: Polizei Tirol - Presse

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