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Kriminalität im Internet – ein wachsendes Problem

(Bildquelle: asp)

Die Zahl der Betrugsfälle im Internet nimmt stetig zu. Die Kriminellen bedienen sich verschiedener Methoden, um Opfer zu finden. Dabei gehen die Betrüger immer raffinierter vor und entwickeln neue Techniken, um sich finanziell zu bereichern.

Welche Formen von Kriminalität gibt es online?

Aus dem Cybercrime-Report des Bundesministeriums für Inneres geht hervor, dass die Zahl der Betrugsfälle in Österreich von 2020 auf 2021 um 28,6 Prozent stieg. Mehr als die Hälfte der Straftaten sind Missbrauchsfälle im Bereich von Zugangsdaten und Programmen.

Wie unterschiedlich solche Betrügereien ausfallen, zeigen Beispiele aus der Praxis. So wurde ein Mann aus Klagenfurt bei einem Bitcoin-Betrug um mehr als 10.000 Euro erleichtert. Über die Suche im Internet gelangte der Mann auf eine vermeidliche Plattform für das Investment. Nach der Kontaktaufnahme gewährte das Betrugsopfer den Kriminellen direkten Zugriff auf seinen Computer. Diese nutzten die Kontrolle, um über das Online-Banking Bitcoin im Wert von 10.000 Euro zu erwerben und an sich selbst weiterzuleiten.

In einem anderen Fall wurde einem 55-jähriger Pensionisten im Internet ein falsches Erbe versprochen. Der Mann kommentierte einen Beitrag einer angeblich schwer kranken Frau und wurde dann von dieser kontaktiert. Bei diesem Betrug wurde dem Opfer das Erbe versprochen. Er sollte jedoch die Kosten für den Notar übernehmen, was dieser auch tat. Das Erbe gab es nicht und das Geld verschwand auf einem Konto im Ausland.

Vertrauensvolle Plattformen sorgen für Sicherheit

Wer im Internet unterwegs ist, sollte aus diesen Gründen Vorsicht walten lassen. Besonders wichtig ist die Auswahl der Plattformen, die genutzt werden. Vor allem dann, wenn es um Zahlungen oder Bankdaten geht.

Immer wieder versuchen Kriminelle im Internet mit vermeidlichen Gewinnen in Lotterien die Opfer zu ködern. Hier sollten Verbraucher direkt hellhörig sein, wenn Mails oder Anrufe dieser Art eintreffen. Vor allem kann niemand gewinnen, wer gar nicht an Gewinnspielen oder Lotterien teilgenommen hat. Grundsätzlich gilt zudem, dass Lotto und ähnliche Veranstaltungen nur auf seriösen sowie etablierten Plattformen gespielt werden sollte. Wer also seinen Lottoschein online abgibt, tut dies am besten auf den bewährten Seiten. Diese lassen sich zum Beispiel an der Adresszeile im Browser identifizieren. Betrüger nutzen in den meisten Fällen Webseiten im Ausland, da hier die Verschleierung der Identität einfacher ist. Webseiten für Lotto mit Sitz in Österreich haben immer die Endung .at.

Außerdem haben solche Seiten ein professionelles Impressum und Kontaktmöglichkeiten. Ein Blick in die AGBs ist ebenfalls hilfreich, denn diese finden sich in der Regel ebenfalls nur auf seriösen Lotterieseiten. Dann ist die Abgabe des Lottoscheins auch online vollkommen sicher und Gewinne landen automatisch auf dem eigenen Konto, das im Account hinterlegt ist. Seriöse Anbieter müssen dementsprechend auch keinen Kontakt aufnehmen und nach persönlichen Daten fragen, da diese bereits vorhanden sind.

Weitere Maßnahmen zum Schutz vor Online-Kriminalität

Wer sich vor Betrug im Internet schützen will, sollte bestimmte Grundregeln beachten. Dann lassen sich bereits eine Vielzahl der Betrugsversuche abwehren.

Ein gutes Beispiel hierfür ist, wenn bei einem Online-Betrug das Bankkonto geplündert wird. Beliebt ist, dass Kriminelle einen direkten Zugang zum eigenen Computer fordern und einen Grund für diese Verbindung vorschieben. Dann erscheint auf dem Bildschirm eine Anfrage zur Freigabe oder die Kriminellen fordern das Opfer auf, ein bestimmtes Programm herunterzuladen. Solche Anfragen sollten grundsätzlich immer abgelehnt und das Gespräch unverzüglich beendet werden. Über solche Programme erhalten die Hacker die volle Kontrolle über den Computer und auf diesem Weg auch auf das Online-Banking.

Ausführlich informiert das Bundesinnenministerium über präventive Maßnahmen im Bereich der Online-Kriminalität. Hier geht es vor allem um den gesunden Menschenverstand. Ein plötzlicher und unerwarteter Gewinn oder ein ähnlicher Geldsegen sind oftmals plumpe Betrugsversuche. Auch bei E-Mails ist äußerste Vorsicht gefragt. Wenn sofortiges Handeln gefordert wird, steckt oft Phishing hinter der Nachricht.

Wer diese Punkte berücksichtigt, geht vielen Betrügereien im Internet aus dem Weg.