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Wien – Gold-Betrug in Millionenhöhe – Brüder auf der Flucht

22.03.2026 | 10:45

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Wien – Gold-Betrug in Millionenhöhe – Brüder auf der Flucht

Tatverdächtiger 1 (Bildquelle: LPD Wien)

Nach einem millionenschweren „Rip-Deal“-Betrug mit Gold fahndet die Polizei nach zwei Tatverdächtigen, die nach ihrer Festnahme in Italien fliehen konnten. Die Ermittler bitten nun die Bevölkerung um Hinweise.

Wie bereits im Jänner 2026 berichtet, gelang es der „Rip-Deal Unit Vienna“ der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamtes Wien aufgrund intensiver Ermittlungen die rasche Klärung eines sogenannten Rip-Deals, der sich am 06.11.2025 in Wien und Mailand, Italien, ereignet hatte.
Vier Tatverdächtige täuschten gegenüber einem österreichischen Brüderpaar vor, internationale Geschäftsleute zu sein und vereinbarten den Ankauf von drei Kilogramm Gold im Wert von über 300.000 Euro. Während die Übergabe der insgesamt 15 Goldbarren in einem Hotel in der Wiener Innenstadt stattfand, erfolgte zeitgleich in Mailand die vermeintliche Geldübergabe, bei der echtes Bargeld kurz vor der Übergabe gegen Falschgeld ausgetauscht wurde.
Innerhalb von zwei Monaten konnten die Beamten der “Rip-Deal Unit Vienna“ drei der vier Tatverdächtigen ausforschen. Italienische Polizisten nahmen am 12.01.2026 zwei Tatverdächtige, einen 29-Jährigen und einen 32-Jährigen (beide StA.: Italien), nahe Turin fest.
Bei den beiden Tatverdächtigen handelte es sich um zwei Brüder.
Wien – Gold-Betrug in Millionenhöhe – Brüder auf der Flucht

Tatverdächtiger 2 (Bildquelle: LPD Wien)

Öffentlichkeitsfahndung:

Nach der Festnahme aufgrund eines europäischen Haftbefehls im Jänner, wurden die beiden Männer von den italienischen Behörden in einen ungesicherten sowie elektronisch nicht überwachten Hausarrest entlassen. In weiterer Folge brachten die Tatverdächtigen Rechtsmittel gegen ihre Auslieferung nach Österreich ein.
Nachdem das oberste Berufungsgericht in Italien die Auslieferung nach Österreich rechtskräftig bestätigte, erfolgte durch die italienischen Polizeibehörden ein erneuter Zugriff an der Wohnadresse der Männer nahe Mailand. Im Zuge dieser Amtshandlung gelang den beiden Brüdern jedoch die Flucht.
Eine Fahndung nach den Männern wurde umgehend eingeleitet. Der derzeitige Aufenthaltsort der beiden Männer ist den Behörden nicht bekannt. Zur Ausforschung ihres Aufenthaltsortes und zur Ermöglichung einer neuerlichen Festnahme sowie anschließenden Auslieferung nach Österreich, ersucht die Polizei über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien um Veröffentlichung der Lichtbilder der Tatverdächtigen.
Bei den beiden Männern handelt es sich um das Brüderpaar DRAGUTINOVIC Luca und DRAGUTINOVIC Giacomo. Hinweise werden streng vertraulich behandelt – auch anonym – an das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum-Ost, Rip-Deal Unit Vienna, unter der Telefonnummer 01 31310 62510 erbeten.

Phänomen Rip-Deal:

Delikte dieser Art werden nahezu ausschließlich von Familienclans der Westbalkanregion angewandt, welche sich gegenüber den Opfern als reiche Geschäftsleute oder Investoren präsentieren. Es handelt sich um variantenreiche betrügerische Rechtsgeschäfte, bei denen zumeist vorgegeben wird, Luxusgüter wie Uhren oder Gold erwerben zu wollen.
Rahmengeschäfte mit den späteren Opfern dienen jedoch nur als Vorwand um Vertrauen zu gewinnen und die Glaubwürdigkeit zu untermauern. Die Täterschaft beabsichtigt meist die Geschäfte zumindest teilweise im Ausland abzuwickeln, wo die Luxusgüter unbemerkt gegen wertlose Güter ausgetauscht werden oder unbemerkt Falschgeld übergeben wird.
Auch beim Verkauf von Immobilien, Booten oder hochpreisigen Autos schlagen die Täter mittels angeblicher Vermittlungsprovisionen – oftmals auch in Kryptowährung – zu. Auf geleistete Provisionen der Opfer erfolgt keine Zahlung.

„Rip-Deal Unit Vienna“:

Seit dem Jahr 2020 leistet die „Rip-Deal Unit Vienna“ der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamts Wien einen unverzichtbaren Beitrag zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität – sowohl national als auch international. Die Sonderermittlungsgruppe gilt mit einer Aufklärungsquote von 80 Prozent als europaweit führend und unterstützt mit ihrer Expertise regelmäßig andere Ermittlungsgruppen im In- und Aus- land.
In den vergangenen sechs Jahren hat die „Rip-Deal Unit Vienna“ alleine in Österreich in über 113 Fällen ermittelt und im Zuge der Assistenzleistung für ausländische Dienststellen über 147 Fälle geklärt und rund 205 Täter ausgeforscht.
Im Zuge der Analyse von über 1100 Fällen weltweit konnten die Ermittler der „Rip-Deal Unit Vienna“ zudem verschiedene neue Modi Operandi entdecken und so zahlreiche Rip-Deals verhindern und vielen Opfern ihre Vermögenssicherung bzw. –wieder- ausfolgung ermöglichen.
Empfehlung der Kriminalprävention:
  • Reisen Sie für den Verkauf eigener – vor allem luxuriöser - Habseligkeiten nicht ins Ausland bzw. lassen Sie sich nicht ins Ausland locken.
  • Seien Sie achtsam und werden sie misstrauisch, wenn der potentielle Käufer keine Anstalten macht über den Kaufpreis verhandeln zu wollen.
  • Stellen Sie Nachforschungen über ihre Geschäftspartner an und lassen sie sich Referenzen der Käufer vorweisen – gerade bei Verkäufen von Luxusgütern.
  • Erstatten Sie nach einem mutmaßlichen Rip-Deal jedenfalls auch im Inland Anzeige und nicht nur im Ausland.
  • Wenden Sie sich bei Misstrauen an die nächste Polizeidienststelle oder sehen sie vom anstehenden Geschäft ab.
Quelle der Polizeinachricht: LPD Wien

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