Wien – 2,1 Millionen Euro Falschgeld bei Razzia sichergestellt
Redaktion Polizeiticker Österreich
Bei einem internationalen Polizeieinsatz in Wien und Marbella sind am 6. Oktober 2026 drei mutmassliche Betrüger festgenommen worden. Die Ermittler stellten gefälschte Euro-Banknoten im Wert von rund 2,1 Millionen Euro sicher. Vorausgegangen war ein geplanter Betrug beim Verkauf einer Luxusvilla.
Durch koordinierte länderübergreifende Polizeieinsätze der „Rip-Deal Unit Vienna“ in Zusammenarbeit mit EUROPOL, dem österreichischen Bundeskriminalamt und der spanischen Policía Nacional in Marbella (Einheit zur Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskriminalität, UDEF) sowie dem Verbindungsbeamten-Büro des österreichischen Innenministeriums in Madrid (Spanien) gelang es, am 6. Oktober 2026 eine Rip-Deal OCG (Organized Crime Group) zu zerschlagen.
Dabei konnten drei europaweit polizeibekannte Beschuldigte festgenommen und eine große Menge gefälschter Euro-Banknoten im Wert von rund 2,1 Millionen Euro sichergestellt werden. Es handelt sich um den bislang größten Lockfallenerfolg im Bereich der Rip-Deal-Kriminalität in der österreichischen Kriminalgeschichte.
Anfang August 2026 inserierte ein österreichischer Immobilienunternehmer eine Luxusvilla in Marbella (Spanien) im Internet zum Verkauf. In Reaktion darauf wurde er von angeblichen Investoren kontaktiert, die sich als Angehörige eines Schweizer Immobilienkonsortiums ausgaben.
Nach einer persönlichen Besichtigung der Immobilie mit dem Rechtsanwalt des Unternehmers sowie mehreren Treffen in Marbella, wobei es zum Vertrauensaufbau zwischen Opfer und Tätern kam, vereinbarten die vermeintlichen Investoren, am 6. Oktober 2026 in einem Hotel in Marbella eine Baranzahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro für den Kaufpreis der Villa zu übergeben.
Zeitgleich sollte der Sohn des Immobilienunternehmers in Wien eine Vermittlungsprovision in Höhe von 300.000 Euro in Form von Goldmünzen an einen der angeblichen Investoren übergeben. Tatsächlich handelte es sich dabei um die Anbahnung eines sogenannten „Rip-Deals“. Die Täter beabsichtigten, im Zuge des vermeintlichen Immobiliengeschäfts Goldmünzen als Provision zu erlangen und gleichzeitig unerkannt eine große Menge Falschgeld in Umlauf zu bringen.
Der Immobilienunternehmer schöpfte rechtzeitig Verdacht, recherchierte im Internet, wo er auf Medienberichte zur „Rip-Deal Unit Vienna“ des Landeskriminalamts Wien stieß, und kontaktierte die Polizei. Nachdem das österreichische Opfer die Betrugsmasche erkannt hatte, bestand es darauf, gemeinsam mit der Polizei die Täter zu überführen.
Die Ermittler der „Rip-Deal Unit Vienna“ leiteten daraufhin gemeinsam mit den spanischen Kollegen der Policía Nacional in Marbella, der Verbindungsbeamtin des österreichischen Innenministeriums in Madrid und Europol die erforderlichen Ermittlungs- und Einsatzmaßnahmen ein. Im Rahmen einer gezielten Lockfalle und eines zeitgleich koordinierten verdeckten Einsatzes am 6. Oktober 2026 in Wien und Marbella konnten drei Tatverdächtige festgenommen werden.
Die Festnahme eines der Tatverdächtigen in Wien erfolgte unter maßgeblicher Mitwirkung der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS). Bei den Festgenommenen handelt es sich um Angehörige eines auf Rip-Deals spezialisierten, niederländisch- und französischstämmigen Roma-Clans. Zudem wurden gefälschte Euro-Banknoten im Wert von rund 2,1 Millionen Euro sichergestellt.
Die drei Beschuldigten im Alter von 27, 30 und 53 Jahren, weisen zusammengerechnet 30 einschlägige Vorstrafen in zumindest fünf europäischen Mitgliedstaaten auf. Diese betreffen unter anderem Raub und Diebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung, schweren Betrug, Falschgelddelikte und Rip-Deal-Delikte. Durch den koordinierten Einsatz und die enge Zusammenarbeit der beteiligten nationalen und internationalen Behörden konnte die kriminelle Gruppierung erfolgreich zerschlagen werden.
Prävention:
Empfehlung der Kriminalprävention:- Reisen Sie für den Verkauf eigener – vor allem luxuriöser – Gegenstände nicht ins Ausland. Lassen Sie sich nicht ins Ausland locken!
- Seien Sie achtsam und werden Sie misstrauisch, wenn der potenzielle Käufer keine Anstalten macht, über den Kaufpreis zu verhandeln!
- Stellen Sie Nachforschungen über Ihre Geschäftspartner an und lassen Sie sich Referenzen der Käufer vorweisen – gerade bei Verkäufen von Luxusgütern!
- Erstatten Sie nach einem Rip-Deal jedenfalls auch im Inland Anzeige und nicht nur im Ausland!