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Ungelöst – Eine Reise, die tödlich endete: Der Fall Andreas Kletzl

Ungelöst – Eine Reise, die tödlich endete: Der Fall Andreas Kletzl

12.01.2026 | 11:47

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Ungelöst – Eine Reise, die tödlich endete: Der Fall Andreas Kletzl

Andreas Kletzl (Bildquelle: andreaskletzl.com)

Der Tod des 17-jährigen Österreichers Andreas Kletzl auf Mallorca im August 2012 wurde von den spanischen Behörden als Unfall eingestuft. Doch zahlreiche Unklarheiten und widersprüchliche Details lassen seine Familie bis heute an dieser Version zweifeln.

Der Tod des österreichischen Jugendlichen Andreas Kletzl auf Mallorca beschäftigt seine Familie bis heute. Die spanischen Behörden gehen von einem Unfall aus, doch zahlreiche offene Fragen lassen Zweifel an dieser Darstellung bestehen.

Eine spontane Reise

Am 16. August 2012 besteigen Andreas Kletzl (17), sein älterer Bruder Philipp und ihr Freund Daniel aus Mattighofen in Oberösterreich am späten Nachmittag in Salzburg ein Flugzeug nach Palma de Mallorca. Die Reise war erst eine Woche zuvor gebucht worden, als kurze Auszeit nach arbeitsreichen Monaten. Geplant waren fünf Tage in einem Vier-Sterne-Hotel in El Arenal, all inclusive.
Nach der Landung am Abend checkt die Gruppe im Hotel Riu Playa Park ein. Die Zimmer befinden sich auf unterschiedlichen Stockwerken. Nach dem Abendessen verbringen die drei Zeit an der Poolbar, gehen später auf ihre Zimmer. Andreas und Daniel entscheiden sich danach, noch auszugehen.
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Ein Foto aus dem privaten Umfeld des Jugendlichen (Bildquelle: andreaskletzl.com)

Die Nacht am Ballermann

Kurz nach Mitternacht besuchen Andreas und Daniel zunächst die Diskothek „Paradies“, später den „Bierkönig“. Beide konsumieren alkoholische Getränke, wirken laut Aussagen nicht auffällig. Gegen 3.30 Uhr beschliessen sie, ins Hotel zurückzukehren.
In der Menschenmenge verlieren sich die beiden aus den Augen. Daniel geht allein zurück ins Hotel, in der Annahme, Andreas werde ebenfalls folgen. Es ist das letzte Mal, dass er seinen Freund sieht.

Letzte gesicherte Spur

Als gesichert gilt, dass Andreas um 4.51 Uhr ein anderes Hotel in der Nähe, das „Hotel Obelisco“, betritt. Überwachungskameras zeigen ihn im Gebäude. Im ersten Stock werden später seine Sneakers gefunden, mit Sand bedeckt.
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Die Sneakers des Jugendlichen (Bildquelle: andreaskletzl.com)

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Im Hotel sichergestellte Baseballkappe des Jugendlichen (Bildquelle: andreaskletzl.com)

Was danach geschah, ist unklar. Die spanische Polizei rekonstruiert, dass Andreas über eine Notfallstiege ins Freie gelangt sein soll, sich dort schrittweise in höhere Stockwerke bewegt habe und schliesslich im Morgengrauen abgestürzt sei.

Der Tod

Um 6.18 Uhr melden Hotelgäste der Rezeption ein lautes Geräusch. Vor dem Hotel wird Andreas Kletzl tot aufgefunden. Die Polizei geht rasch von einem Unfall im Zusammenhang mit sogenanntem „Balconing“ aus – einer zu jener Zeit häufigen Unfallursache in El Arenal.
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Übersichtsaufnahme Gebäude / Boden (Bildquelle: andreaskletzl.com)

Zweifel der Familie

  • Die Familie von Andreas Kletzl zweifelt diese Version an. Sie weist unter anderem auf folgende Punkte hin:
  • Der gemessene Alkoholwert lag bei 1,15 Promille
  • Aus seiner Brieftasche fehlten 300 Euro
  • Mit seinem Mobiltelefon wurde nach seinem Tod über mehrere Tage hinweg telefoniert
  • Andreas prallte mehrere Meter von der mutmasslichen Absturzstelle entfernt auf
  • Seine Schuhe lagen ordentlich im Gebäude, obwohl er laut Rekonstruktion draussen unterwegs gewesen sein soll
  • Die Eltern bestehen auf einer Obduktion und fordern, den Fall durch die Mordkommission überprüfen zu lassen.

Ein Fall ohne abschliessende Klärung

Die spanischen Behörden schliessen den Fall als Unfall ab. Die Familie akzeptiert diese Einschätzung nicht. Bis heute bleibt offen, was in den Stunden zwischen dem Verlassen des „Bierkönigs“ und dem Auffinden der Leiche tatsächlich geschah.
Der Tod von Andreas Kletzl gilt aus Sicht der Angehörigen weiterhin als nicht vollständig aufgeklärt.

Offene Fragen

  • Warum befand sich Andreas im Hotel Obelisco?
  • Wie kam es zu den Verletzungen, die nicht eindeutig zu einem Sturz passen?
  • Wer nutzte sein Mobiltelefon nach seinem Tod?
  • War es ein Unfall oder kam es zu Fremdeinwirkung?

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