(Symbolbild) (Bildquelle: NoName_13 von Pixabay)
Die anhaltend heikle Lawinensituation in Tirol hat am Mittwoch, 18. Februar 2026, gleich zu zwei tödlichen Lawinenunfällen geführt. Sowohl im Skigebiet Fiss als auch im Gemeindegebiet Navis wurden Wintersportler im freien Gelände von Schneebrettlawinen erfasst. Trotz rascher Rettungsmaßnahmen kamen zwei Männer ums Leben.
Tödlicher Lawinenunfall im Schigebiet Fiss
Am 18.02.2026, gegen 11:00 Uhr, wurden drei Niederländer im Alter von 71 und 41 Jahren (Vater und Sohn) sowie 34 Jahren bei der Abfahrt mit Alpinschiern im freien, ungesicherten Schiraum im Schigebiet Fiss von einer Lawine erfasst, mitgerissen und verschüttet. Die drei lösten bei der Abfahrt auf der Nordseite des Schigebietes in Richtung "Lader Urgalpe" eine ca. 50 Meter breite Schneebrettlawine aus.
Nur die zwei Jüngeren waren mit einem LVS-Gerät ausgestattet. Der 41-Jährige wurde teilverschüttet, er konnte sich selbst befreien und einen Notruf absetzen. Ihm gelang es, den vollständig verschütteten 34-Jährigen zu orten und auszugraben. Der 71-Jährige jedoch konnte erst nach ca. 1 Stunde von einem Lawinensuchhund ca. 300 Meter unterhalb des Lawinenabrisses in den Schneemassen aufgespürt und in der Folge von den Helfern ausgegraben werden.
Nach ca. 20-minütigen Reanimationsmaßnahmen durch zwei Notärzte vor Ort konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Der Leichnam wurde mit dem Hubschrauber des Innenministeriums ins Tal geflogen. Mit Verletzungen unbestimmten Grades wurde der 41-Jährige mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Zams und der 34-Jährige von der Bergrettung zu einem Arzt ins Tal verbracht.
Im Einsatz standen drei Notarzthubschrauber, ein Hubschrauber des Innenministeriums, Mitglieder der Bergrettung Fiss und Ried im Oberinntal, drei Lawinensuchhunde der Bergrettung Tirol, Schilehrer und Ersthelfer, fünf Alpinpolizisten des Bezirks Landeck, zwei Polizeistreifen, ein Tatortbeamter sowie Pistenretter und Mitarbeitende der Bergbahnen Fiss.
Tödlicher Lawinenunfall in Navis
Am 18.02.2026, gegen 13:05 Uhr, wurden im Gemeindegebiet von Navis zwei befreundete deutsche Tourengeher, ein 43-Jähriger (Landkreis Ostalpkreis) und ein 50-Jähriger (in Belgien whft), im Bereich der "Oberen Knappenkuchl" (2120 Meter) von einer Schneebrettlawine erfasst, welche sich in einem ca. 40 bis 45 Grad steilen, felsdurchsetzen Hang gelöst hatte.
Beide hatten ihr ursprüngliches Ziel (Berggipfel des "Geier" in den Tuxer Alpen) aufgrund der Gefahrensituation bereits aufgegeben und durchquerten gerade nahe eines Wandfußes ein Flachstück auf dem Weg zu einer Schutzhütte. Der 50-Jährige wurde von der ca. 200 Meter breiten und ca. 100 Meter langen Lawine teilweise, der 43-Jährige ganz verschüttet. Der Ältere konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien und in der Folge seinen Partner mit dem mitgeführten LVS-Gerät orten, mittels Sonde lokalisieren und den bis zu 180 cm tief Verschütteten schließlich ausgraben. Er setzte einen Notruf ab und begann mit den Reanimationsmaßnahmen, nachdem der 43-Jährige keinerlei Atemaktivität zeigte.
Die Reanimationsmaßnahmen wurden von der Ärztin des angeforderten Notarzthubschraubers weitergeführt. Diese blieben jedoch ohne Erfolg, das Lawinenopfer verstarb an der Unfallstelle. Der Tote wurde mit dem Hubschrauber des Innenministeriums und der 50-Jährige mit dem Notarzthubschrauber in das Tal geflogen.
Im Einsatz standen zwei Notarzthubschrauber sowie ein Hubschrauber des Innenministeriums, fünf Einsatzkräfte der Bergrettung Matrei am Brenner, zwei Alpinpolizisten, eine Streife der Polizeiinspektion Steinach-Wipptal sowie ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes.
Quelle der Polizeinachricht: LPD Tirol