Niederösterreich – Schockanruf-Bande zerschlagen – 23 Festnahmen
Redaktion Polizeiticker Österreich
Sichergestellte Materialien (Bildquelle: LKA NÖ)
Das LKA Niederösterreich hat mehrere Schockanruf-Banden zerschlagen. Insgesamt wurden 23 Verdächtige ausgeforscht, 17 festgenommen. Die Täter erbeuteten durch Telefonbetrug rund 4,8 Millionen Euro. Die Polizei warnt vor der perfiden Betrugsmasche.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat im Ermittlungsbereich „Falsche Polizisten“ mehrere kriminelle Organisationen zerschlagen. Dabei konnten 23 Beschuldigte ausgeforscht und größtenteils festgenommen werden. Der verursachte Schaden beträgt rund 4,8 Millionen Euro.
Im Rahmen der „Operation Casus“ wurden unter anderem ein Callcenter („Keilerzelle“) in Wien zerschlagen sowie ein weiteres Callcenter in Brünn, Tschechien, ausgehoben. Die Ermittlungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft sowie internationalen Polizeibehörden.

Insgesamt entstand ein Schaden von 4,8 Millionen. (Bildquelle: LKA NÖ)
Die Täter nutzten vor allem die Maschen „Schockanruf-Kautionstrick“ und „Schockanruf-Medizintrick“. Dabei wurden meist ältere Menschen telefonisch unter Druck gesetzt, um Bargeld, Schmuck oder Gold an vermeintliche Polizeibeamte oder Kurierpersonen zu übergeben.
Innenminister Gerhard Karner bezeichnete diese Betrugsform als „besonders hinterhältig“. Durch die Ermittlungen sei ein weiterer hoher Schaden verhindert worden.

Innenminister Gerhard Karner bezeichnete Schockanrufe in einer Pressekonferenz als „besonders hinterhältig“ (Bildquelle: O.Greene)
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei warnt weiterhin vor Betrugsanrufen durch falsche Polizisten, Ärzte oder Behördenmitarbeiter. Besonders ältere Menschen werden gezielt angesprochen und unter Druck gesetzt.
Wichtige Präventionstipps:
- Echte Polizisten oder Ärzte holen niemals Bargeld oder Schmuck ab.
- Keine Vermögenswerte an Unbekannte übergeben.
- Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen.
- Notruf 133 kontaktieren und nachfragen.
- Angehörige informieren und gemeinsam über Betrugsmaschen sprechen.