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St. Pölten – Einsatzkräfte proben Ernstfall im Gesundheitswesen

07.05.2026 | 07:44

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Mehrere Personen, darunter ein Polizist in Uniform und eine Frau, sitzen an einem Tisch in einem Büro. Im Hintergrund sind ein Bildschirm und ein Banner der Landesgesundheitsagentur sichtbar.

Cyberangriffe und Versorgungsausfälle standen im Mittelpunkt der Übung. (Bildquelle: LPD NÖ/Greene)

Bei der Krisenübung „SecMed 2026“ in St. Pölten trainierten Polizei, Bundesheer und Gesundheitsbehörden den Ernstfall. Simuliert wurden Cyberangriffe, Drohnenvorfälle und Ausfälle kritischer Versorgungssysteme.

Die Landespolizeidirektion, das Militärkommando, Notruf Niederösterreich und die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) probten am 5. Mai 2026 den Ernstfall beim Universitätsklinikum St. Pölten. Im Zentrum dieser Übung stand die Abwehr hybrider Bedrohungen und die Sicherstellung der Versorgungsketten im Gesundheitswesen.
Unter der Koordination der Landespolizeidirektion Niederösterreich wurde im Trainingszentrum des Universitätsklinikums St. Pölten ein komplexes Bedrohungsszenario abgearbeitet. Experten der Polizei, des Bundesheeres, von Notruf Niederösterreich sowie der NÖ Landesgesundheitsagentur simulierten die Reaktion auf gezielte Angriffe gegen die kritische Infrastruktur.
Eine Gruppe von Personen, einige in Uniformen, andere in Zivilkleidung, sitzen um einen Tisch in einem Besprechungsraum. An der Wand hängt ein Bildschirm, auf dem 'SecMed26' steht.

Teilnehmer der Übung 'SecMed26' besprechen Strategien zur Abwehr hybrider Bedrohungen im Gesundheitswesen.

Herausforderndes Szenario: Cyber-Terror und Logistikstopp

Die Übung „SecMed 2026“ basierte auf einer dynamischen Lageentwicklung, die eine enge behördenübergreifende Abstimmung erforderte. Die Übungsannahme sah einen massiven Cyber-Angriff auf die Logistik-Systeme der NÖ LGA vor, wodurch an den Standorten St. Pölten und Wiener Neustadt die Aktivierung analoger Ausfallkonzepte notwendig wurde.
Im weiteren Übungsverlauf eskalierte die Situation durch einen Drohnenzwischenfall bei einem Transport-Lkw sowie ein terroristisches Bekennerschreiben. Dies führte dazu, dass die zivilen Transportdienstleister ihre Fahrten einstellten, was die Sicherstellung der medizinischen Versorgungskette vor enorme logistische Herausforderungen stellte.

Positive Bilanz der Zusammenarbeit

„Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen – und genau dafür trainieren die Einsatzkräfte bei Krisenübungen wie „SecMed 2026“ das gute Zusammenspiel. Mit klaren Abläufen, enger Abstimmung und einer starken niederösterreichischen Sicherheitsfamilie sorgen wir dafür, dass die Versorgung der Menschen in Niederösterreich jederzeit gesichert ist“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Anschluss an die Übung.
Mehrere Personen sitzen in einem Besprechungsraum an einem Tisch mit Laptops. Einige tragen Uniformjacken mit Aufnähern, während andere in ziviler Kleidung sind.

Die Erkenntnisse fließen in Sicherheits- und Notfallpläne ein. (Bildquelle: LPD NÖ/Greene)

Roland Scherscher, stellvertretender Landespolizeidirektor für Niederösterreich und Übungsleiter, ergänzte: „Die heutige Übung hat gezeigt, wie wichtig das nahtlose Ineinandergreifen der verschiedenen Behörden und Organisationen ist. Durch das Durchspielen solch extremer Szenarien können wir Schwachstellen in der Kommunikation identifizieren, bevor sie im echten Krisenfall entstehen.“
Auch das Bundesheer spielte eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der simulierten Krise. Brigadier Georg Härtinger, Militärkommandant von Niederösterreich, erläuterte den Fokus: „Wenn Ereignisse eintreten, die zivile Behörden nur mit Unterstützung des Bundesheeres bewältigen können, werden wir zu einem Assistenzeinsatz gerufen.
Die Übung war als reine Stabsübung angelegt, unsere Aufgabe war es, einen gesicherten bzw. geschützten Transport von Medizinprodukten sicherzustellen und damit den landesweiten Klinikenbetrieb aufrechtzuerhalten. Im Rahmen der Übung galt es zentrale Fragen zu klären, was Zuständigkeiten und Leistungen betrifft – z. B. ob wir die Anforderungen überhaupt erbringen können. Die Landesgesundheitsagentur ist bereits mit dem Milizgütesiegel ausgezeichnet; im Rahmen der Übung hat sich gezeigt, dass dieses militärische Grundverständnis einen entscheidenden Mehrwert darstellt.“
Für die lückenlose Rettungskette ist die Koordination der Notrufe essenziell. Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich, hielt fest: „Die Sicherstellung der Patientenversorgung – auch während außergewöhnlicher und sicherheitskritischer Lagen – ist unser zentraler Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz. Durch klar definierte, belastbare Abläufe und den Einsatz hochverfügbarer, sicherer Systeme gewährleisten wir, dass die Notfallkette durchgängig funktioniert: vom Notruf über die rettungsdienstliche Versorgung bis hin zur strukturierten Übergabe in der Klinik!“
Abgerundet wurde die positive Bilanz durch Bernhard Kadlec, Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur: „Neben der Bewältigung der herausfordernden Szenarien stand aber auch das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmer im Vordergrund. In der Krise Köpfe kennen – dieses Motto war das essentielle Leitmotiv der Übung, denn nur ein funktionierendes Netzwerk ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Einsatzfall.“
Eine Gruppe von Personen, darunter Polizisten in Uniform, geht durch ein Lager mit hohen Regalen voller Kartons.

Übung zur Krisenbewältigung: Sicherheitskräfte sichern Versorgungsketten im Lager des Universitätsklinikums St. Pölten.

Die Kernziele der Übung wurden erreicht

Im Zuge der Übung konnten die gesteckten Kernziele vollumfänglich erreicht werden. Dabei wurden insbesondere die Kommunikationswege zwischen der Polizei, dem Bundesheer und den medizinischen Versorgern erfolgreich auf die Probe gestellt und die gegenseitige Vernetzung vertieft. Parallel dazu wurden konkrete Strategien entwickelt, wie die beteiligten Sicherheits- und Einsatzkräfte die Logistik im Falle einer terroristischen Bedrohung effektiv absichern können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Krisenfestigkeit der Versorgung: Die Umstellung von digitalen auf analoge Notbetriebs-Verfahren wurde hinsichtlich des Zeitaufwands und des erforderlichen Ressourcenbedarfs realistisch bewertet. Die aus der „SecMed 2026“ gewonnenen Erkenntnisse fließen nun unmittelbar in die Evaluierung der regionalen Sicherheits- und Notfallpläne ein, um den Schutz der niederösterreichischen Bevölkerung vor extremistischen Angriffen weiter zu erhöhen.
*Quelle der Polizeinachricht: LPD NÖ

Kategorien:

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