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Mordfall Daniela Kammerer – Nach 21 Jahren noch immer ungeklärt

Redaktion Polizeiticker Österreich

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Mordfall Daniela Kammerer – Nach 21 Jahren noch immer ungeklärt
Der Mordfall Daniela Kammerer beschäftigt die Tiroler Ermittlungsbehörden seit mehr als 21 Jahren. (Bildquelle: Bundespolizeidirektion Innsbruck)

Mehr als 21 Jahre nach dem Mord an der 19-jährigen Studentin Daniela Kammerer ist der Fall weiterhin ungeklärt. Ein ehemaliger Studienkollege wurde am Freitag, 23. Oktober 2026, einstimmig freigesprochen. Seit Dienstag ist das Urteil rechtskräftig. Die Suche nach dem Täter geht weiter.

Eine junge Studentin wird in Innsbruck ermordet

Am frühen Morgen des 23. Juni 2005 wurde die 19-jährige Daniela Kammerer in Innsbruck Opfer eines Gewaltverbrechens. Ein Pensionist entdeckte ihre Leiche bei einer Telefonzelle am Rapoldipark. Die junge Niederösterreicherin war durch zwei Messerstiche in Brust und Rücken getötet worden.
Eine städtische Straße mit Bäumen und Gehweg, auf dem eine Person bei sonnigem Herbstwetter zu sehen ist. Im Hintergrund sind geparkte Autos und Gebäude sichtbar.
Der Rapoldipark in Innsbruck: Hier wurde Daniela Kammerer im Juni 2005 tot aufgefunden. (Bildquelle: TheTokl / Wikipedia)
Daniela Kammerer studierte Betriebswirtschaft und hatte am Vorabend eine Studentenparty besucht. Anschließend war sie noch bei einer Freundin gewesen. Gegen 4.30 Uhr machte sie sich auf den Weg. Wenig später wurde sie tot aufgefunden. Nur zwei Tage später hätte die Studentin ihren 20. Geburtstag gefeiert.
Die Tat löste großes Entsetzen aus und beschäftigte die Ermittler über Jahrzehnte. Die Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden.

Jahrelange Ermittlungen und zahlreiche DNA-Untersuchungen

Nach dem Mord sicherte die Polizei zahlreiche Spuren. Im Mittelpunkt der Ermittlungen standen unter anderem DNA-Spuren, die am Opfer, an dessen Kleidung und am Fahrrad festgestellt worden waren.
Ende 2013 geriet ein ehemaliger Studienkollege der Getöteten in den Fokus der Ermittlungen. Der Mann wurde festgenommen und verbrachte mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Nachdem sich eine DNA-Spur als weniger aussagekräftig erwiesen hatte als zunächst angenommen, wurde er wieder entlassen. Im Februar 2014 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn ein.
Die Ermittlungen zum Mordfall gingen jedoch weiter. Immer wieder wurden vorhandene Spuren mit verbesserten gerichtsmedizinischen Methoden untersucht.

Eine Zigarette bringt den Fall erneut vor Gericht

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Tat führten neue DNA-Untersuchungen zu einer überraschenden Entwicklung. Auf dem Filter einer angerauchten Zigarette, die damals in der Telefonzelle gefunden worden war, wurde DNA des früheren Studienkollegen festgestellt. Die Staatsanwaltschaft wertete dieses Ergebnis als wesentliches Indiz und erhob im Mai 2026 erneut Anklage wegen Mordes.
Der inzwischen 42-jährige Österreicher, der seit Jahren in Australien lebt, bestritt die Vorwürfe. Er erklärte, mit der Tötung seiner ehemaligen Studienkollegin nichts zu tun zu haben. Nun musste er sich vergangene Woche schließlich vor einem Geschworenengericht am Landesgericht Innsbruck verantworten.
Der Gerichtssaal ist voll besetzt mit Zuschauern, während Kamerateams Aufnahmen machen. Ein großes Wappen hängt über dem Richterpult.
Im vollen Gerichtssaal wird der Mordfall der 19-jährigen Studentin Daniela Kammerer verhandelt. (Bildquelle: TheTokl / Wikipedia)

Geschworene sprechen Angeklagten einstimmig frei

Der Prozess fand am 19. und 23. Oktober 2026 statt. Im Mittelpunkt standen insbesondere die DNA-Spuren und die Frage, welche Rückschlüsse sich daraus auf das Tatgeschehen ziehen lassen. Während die Staatsanwaltschaft die Spuren als belastende Indizien bewertete, stellte die Verteidigung deren Aussagekraft infrage. Ein Tatmotiv konnte nicht nachgewiesen werden.
Am vergangenen Freitag, 23. Oktober 2026, fiel die Entscheidung: Die acht Geschworenen sprachen den Angeklagten einstimmig vom Mordvorwurf frei. Damit endete der Prozess nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne Verurteilung.
Mehrere Fotografen im Gerichtssaal richten ihre Kameras auf eine Personengruppe. Der Raum ist holzvertäfelt und mit dem Bundesadler dekoriert.
Der Mordprozess um die 2005 getötete Studentin endete nach mehr als 21 Jahren mit einem Freispruch. (Bildquelle: TheTokl / Wikipedia)

Freispruch seit Dienstag rechtskräftig

Zunächst war das Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hatte die Möglichkeit, ein Rechtsmittel einzulegen. Am Dienstag, 27. Oktober 2026, bestätigte die Anklagebehörde jedoch, darauf zu verzichten. Damit wurde der Freispruch rechtskräftig. Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Studienkollegen ist somit endgültig abgeschlossen.
Für die Angehörigen von Daniela Kammerer bleibt die zentrale Frage weiterhin unbeantwortet: Wer hat die junge Frau im Juni 2005 getötet?

Die Suche nach dem Mörder geht weiter

Auch nach dem Freispruch gilt der Mordfall Daniela Kammerer als ungeklärt. Die Ermittler suchen weiterhin nach der Person, die für die tödlichen Messerstiche verantwortlich ist. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Ermittlungsbehörden wiederholt auf die Bedeutung neuer DNA-Analysemethoden hingewiesen. Durch technische Fortschritte können auch ältere Spuren erneut untersucht werden.
Mord verjährt in Österreich nicht. Eine Aufklärung des Verbrechens ist deshalb auch mehr als 21 Jahre nach der Tat weiterhin möglich.
Der Mord an Daniela Kammerer bleibt einer der bekanntesten ungeklärten Kriminalfälle Tirols.

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