Mord an Grazer Influencerin Stefanie P. – Ex-Freund vor Gericht
Redaktion Polizeiticker Österreich
Fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod der Grazer Influencerin Stefanie P. beginnt Ende November der Mordprozess gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten. Der Angeklagte bestreitet den Mordvorwurf nach wie vor.
Grazer Influencerin im November 2025 getötet
Der Tod der Grazer Influencerin Stefanie P. sorgte im November 2025 österreichweit für Aufsehen. (Wir berichteten). Die damals 31-Jährige verschwand, nachdem sie zuletzt am 23. November gesehen worden war. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in einem abgelegenen Waldstück in Slowenien gefunden. Die sterblichen Überreste befanden sich in einem vergrabenen Reisekoffer. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand bald ihr ehemaliger Lebensgefährte, ein heute 31-jähriger slowenischer Staatsbürger.
Mordanklage – Grazerin soll gewürgt und mit Messer verletzt worden sein
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Graz soll der Beschuldigte seine ehemalige Partnerin am 23. November 2025 in deren Wohnung in Graz vorsätzlich getötet haben. Laut Anklage soll er die Frau intensiv gewürgt und ihr Stich- und Schnittverletzungen am Hals zugefügt haben. Anschließend soll er ihren Körper in einen Reisekoffer gezwängt haben.
Den Koffer soll der Mann mit seinem Auto über die Grenze nach Slowenien transportiert und die Leiche in einem abgelegenen Waldstück vergraben haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen Mord und Störung der Totenruhe vor.
Ex-Freund bestreitet vorsätzliche Tötung
Der Angeklagte bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft, Stefanie P. vorsätzlich getötet zu haben. Den Transport des Leichnams nach Slowenien sowie dessen Vergraben in einem Waldstück hat er hingegen eingeräumt. Der 31-Jährige war nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang gerichtlich unbescholten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Ermittlungen gegen Bruder und Stiefvater eingestellt
Im Zuge der Ermittlungen gerieten auch der Bruder und der Stiefvater des Angeklagten in den Fokus der Behörden. Es bestand der Verdacht, dass sie beim Transport oder Vergraben des Leichnams geholfen haben könnten. Die österreichische Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen die beiden Männer jedoch ein. Es hätten sich keine Hinweise auf strafbare Beitragshandlungen in Österreich ergeben.
Da mögliche Handlungen in Slowenien nicht der österreichischen Gerichtsbarkeit unterliegen, prüfen die dortigen Strafverfolgungsbehörden ein eigenes Verfahren.
Mordprozess in Graz beginnt am 27. November
Der Prozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten beginnt am Freitag, 27. November 2026, am Landesgericht für Strafsachen Graz. Ein zweiter Verhandlungstag ist für Montag, 30. November, angesetzt. Die Verhandlungen beginnen jeweils um 9.30 Uhr im Grossen Schwurgerichtssaal. Aufgrund des grossen öffentlichen Interesses sind für Medienvertreter Plätze reserviert. Auch Besucher können nach Verfügbarkeit Platzkarten erhalten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht insbesondere die Frage, ob der Angeklagte Stefanie P. vorsätzlich getötet hat.
Bei Verurteilung droht lebenslange Haft
Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Angeklagten nach österreichischem Strafrecht eine Freiheitsstrafe von zehn bis zu 20 Jahren oder lebenslange Haft. Ob der 31-Jährige für den Tod von Stefanie P. strafrechtlich verantwortlich ist, muss das Gericht klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle der Nachricht: Landesgericht Graz / Staatsanwaltschaft Graz